„Dort, wo zwei Menschen sich lieben, sollte der Platz zum Gebären sein“, sagte schon der französische Gynäkologe Michael Odent vor einigen Jahrzehnten. Sein Kollege, Frédérik Leboyer fügte hinzu, dass „…Geburt ohne Gewalt stattfinden soll (…) denn es ist nicht egal wie und wo wir geboren werden.“
Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 10.000 Kinder in vertrauter Umgebung zur Welt. Seit Tausenden von Jahren ziehen sich Frauen intuitiv an einen geschützten Ort zurück, um ihre Kinder zu gebären. Auch wir sind überzeugt: Du wirst nicht von uns entbunden – du gebärst dein Baby selbst, in eigener Kraft und Liebe, sicher und geborgen zu Hause. Wir möchten dich darin unterstützen, die Geburt als individuelles und selbstbestimmtes Erlebnis zu erleben. Denn…
„(…) eine Frau in ihrer Selbstermächtigung ist pure Freude, sie ist machtvoll und voller Liebe. Sie bringt hervor.“
(aus „Meisterin der Geburt“ von Jobina Schenk)
Durch unsere 1:1-Betreuung haben wir die Geburt kontinuierlich im Blick und „wachen“ über dich und dein Baby – aufmerksamer als jedes technische Gerät. Wir kennen dich bereits aus der Schwangerschaft und spüren, ob du Unterstützung und Nähe brauchst oder ob du Rückzug und Ruhe bevorzugst. Die beste Voraussetzung für eine gute Geburt ist eine interventionsarme, vertrauensvolle Begleitung – denn daraus ergibt sich eine risikoarme Geburt. Hebammen leisten Geburtshilfe, keine Geburtsmedizin, und das ist sogar gesetzlich geregelt:
„(…) Darüber hinaus unterliegen Ärztinnen und Ärzten nach §4 des Hebammengesetzes von 1985 der Verpflichtung, zu jeder Geburt – unabhängig von ihrem Schweregrad – eine Hebamme hinzuzuziehen. Im umgekehrten Fall besteht diese Verpflichtung, solange die Geburt normal verläuft, nicht. (…) Sowohl die Betreuung der klinischen und außerklinischen Geburt als auch die Überwachung des Wochenbettes in den ersten zehn Tagen nach der Geburt gelten als vorbehaltene Tätigkeit der Hebamme. (§4 Abs. 2).“
(Bund Deutscher Hebammen e.V.)
Zeichnen sich problematische Geburtsverläufe ab, kündigen sie sich in der Regel frühzeitig an. Wir besprechen alle Schritte transparent mit euch und behalten die Situation im Blick. Ein Abbruch der Hausgeburt erfolgt daher meist ruhig und sicher. Die „Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe“ (QUAG) zeigt, dass Hausgeburten – nach Ausschluss bestimmter Risikofaktoren – sowohl für Erst- als auch für Mehrgebärende mindestens genauso sicher sind wie Klinikgeburten. Denn die Zeit, die wir der Frau zum Gebären geben, lässt sich im Krankenhaus oft nicht ermöglichen, da dort standardisierte Vorgaben gelten – obwohl jede Geburt einzigartig ist. Wird zu früh eingegriffen, entstehen nicht selten Interventionsketten, die sich negativ auf Mutter und Kind auswirken können.
Zu einer Hausgeburt bringen wir umfangreiche Ausstattung mit: u. a. ein Ultraschalldopton zur Kontrolle der kindlichen Herztöne, Notfallmedikamente, Infusionen, pflanzliche und homöopathische Mittel, Verbrauchsmaterial, Geburts- und Nahtbesteck, Sauerstoffgerät und Beatmungsbeutel sowie Geräte für die U1 (Erstuntersuchung des Neugeborenen) und vieles mehr. Mache dir gern selbst ein Bild davon! Uns ist wichtig, dass du dich entspannen kannst und der Geburtsprozess ungestört bleibt.
Nach der Geburt lassen wir die Nabelschnur auspulsierten, bis der kindliche Kreislauf vollständig die Aufgabe der Plazenta übernommen hat. Erst dann trennen wir Baby und Plazenta voneinander.
Euer Baby bleibt nach der Geburt bei euch – diese wertvolle erste Bindungsphase schützen wir. Wir bleiben so lange, bis wir sicher sind, dass es dir und deinem Kind gut geht, du aufgestanden warst, zur Toilette gehen konntest und dein Baby gestillt oder versorgt ist. Das dauert meist drei bis vier Stunden, manchmal auch länger.
Der erste Wochenbettbesuch findet noch am selben Tag oder am nächsten Morgen statt. Dafür nehmen wir uns in der Regel rund eine Stunde Zeit: Wir untersuchen dich, wiegen dein Baby und unterstützen dich bei den ersten Schritten ins Leben als Mama und als Familie – so lange, bis ihr euch sicher fühlt.
Es gibt viele Wege, auf denen wir dir, deinem Partner oder deiner Partnerin unterstützend zur Seite stehen. Eure Bedürfnisse stehen an erster Stelle – und euer Weg ist der richtige.
Du interessierst dich für eine Hausgeburt?
Dann komme gerne unverbindlich zu unserem kostenfreien Hausgeburten-Infoabend. Die nächsten Termine findest du hier.
Ein paar Zahlen für Euch:
(siehe www.quag.de)
